Quartalsberichte

Bericht zum 3. Quartal 2022

Für die vier Quartale wird jeweils eine Quartalsmitteilung veröffentlicht. Schauen Sie sich jetzt den Bericht zum dritten Quartal 2022 an.

Liebe Leserin, liebe Leser,

die Welt steht Kopf. Privathaushalte, Unternehmen und Investoren leiden unter der hohen Inflation. In Europa wird Krieg geführt. Die Energiekosten steigen schwindelerregend. Die Träume des ewigen Friedens – einer globalisierten Wirtschaft in einer demokratischen Welt und einer kostenlosen Energiewende – sind endgültig geplatzt.

Geradewegs in die Rezession

Die aktuelle geopolitische Lage in Verbindung mit kräftig steigenden Zinsen und scharfen Kurskorrekturen an den Börsen fühlt sich mulmig bis beunruhigend an. Zu viele Puzzleteile sind im Spiel, die es zu ordnen gilt. Das konjunkturelle Bild, das daraus entsteht, trägt mit großer Wahrscheinlichkeit den Namen „Rezession“. Es spricht vieles dafür, dass wir schon mittendrin sind, denn die messbaren Indikatoren lassen einen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit beinahe unausweichlich erscheinen. Es vergeht kein Tag, an dem wir in den Zeitungen nicht von Betrieben lesen können, die keine Ahnung haben, wie sie die Strom- und Gasrechnungen bezahlen können. Bleibt die Hoffnung, dass die Gaspreisbremse gerade noch rechtzeitig kommt.

Energiewende in Deutschland: Gut gemeint, (bislang) schlecht gemacht.

Und wenn wir als Privatleute den Brief unseres Energieversorgers mit der neuen Abschlagszahlung in den Händen halten, fragen wir uns, ob der jüngste wirtschaftliche Abwehrschirm der Regierung Schlimmeres verhindern kann. Der 200 Mrd. Euro „Doppel-Wumms“ soll die Folgen der Energiekosten für Bürger und Unternehmen mildern und nimmt gleichzeitig Rücksicht auf die grüne Seele. Die Energiewende an sich ist angesichts des Klimawandels und der hohen Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen alternativlos. 

Die Umsetzung in Deutschland erscheint zuweilen allerdings schaurig. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ist dafür, dass die drei noch in Betrieb befindlichen Atommeiler weiter zur Stromerzeugung genutzt werden. Während sich die Regierung der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt für einen anderen Weg entschieden hat, wird Japan elf Jahre nach Fukushima 15 neue Reaktoren in Betrieb nehmen.

Verkettung vieler ungünstiger Umstände

Keine Frage, die Weltwirtschaft steckt derzeit nicht nur in einer, sondern gleich in mehreren Krisen. Zur Klimakrise und der damit verbundenen Dekarbonisierung kommt ein Krieg in Europa und die entsprechenden Sanktionen. Das hat Energie dramatisch verteuert. Nicht zu vergessen sind Lieferengpässe und die Probleme in China. Die hohe Inflation ist mit den meisten dieser Themen strukturell verknüpft. Damit wird es zu dem Problem, das uns wohl am längsten beschäftigen wird, die Ursache für die enorme und anhaltende Steigerung der Verbraucherpreise liegt jedoch nicht ausschließlich in den hohen Energiekosten oder in Lieferkettenproblemen. Auch die lockere Geldpolitik der Notenbanken hat für den Treibstoff gesorgt, der die jüngste Entwicklung erst ermöglicht hat.

Da die Geldmenge in den letzten Jahren um ein Vielfaches stärker gestiegen ist als das Wirtschaftswachstum, ist viel Raum für eine längere Phase hoher Inflationsraten entstanden. Zweistellige Inflationsraten im Herbst dieses Jahres verdeutlichen uns die akute Geldentwertung massiv. Wann die Spitze der Preissteigerung erreicht sein wird, vermag niemand seriös vorherzusagen. Da müssen auch wir passen.

Euro auf 20-Jahrestief

Europa ist von der aktuellen Krisenhäufung am stärksten betroffen und hier besonders Deutschland. Der Eindruck, dass die Krisen aus dem Ruder laufen und dass ein Problem nicht ohne das andere zu lösen ist, beunruhigt doch zunehmend. Betrachten wir den Euro als Kraftmesser Europas, müssen wir leider feststellen, dass der Wert unseres „TEUROS“, gerade nach dem Rechtsruck Italiens, mit 0,9565 USD ein 20-Jahrestief markierte. Der Spielraum der EZB mit höheren Zinsen dem entgegenzuwirken ist gering, da die teils hochverschuldeten Eurostaaten – allen voran das Stiefelland – unter der Last höherer Zinsen kollabieren würden. In 19 der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union ist der Euro die offizielle Währung. All zu oft muss sich nicht nur die Notenbank-Politik nach den Schwächsten richten, was als Geburtsfehler den Euro bis heute belastet. Die unterschiedlichen Positionen in der Wirtschafts- und Energiepolitik in der EU zeigen sich in diesen Tagen ganz offensichtlich.

Wenn wir einmal den Versuch machen, die Krisen nach Bedeutung zu sortieren, ist wohl die Energieversorgungskrise die gewichtigste. Allein die Hoffnung auf mildes Wetter und der Appell zum Energiesparen ermöglicht uns laut unserem Bundeswirtschaftsminister eine Chance, gut durch den Winter zu kommen. Was für Aussichten! 

Gas-Abhängigkeit treibt Deutschland in einen Abwärtsstrudel

Das in einem solchen Szenario, wo es um die Grundversorgung der Menschen geht, die Börsen zur Nebensache geraten können, ist in gewisser Weise nachvollziehbar. Andererseits offenbart jedoch die Entwicklung an den Finanzmärkten die Fehler der Vergangenheit auf dramatische Art und Weise. Die selbst verschuldete Energiekrise durch die massive Abhängigkeit von russischem Gas belastet Deutschland international am stärksten. Die Wahrscheinlichkeit, dass im internationalen Vergleich deutsche und auch europäische Aktien relativ schlecht abschneiden, ist recht hoch.

Lösung: Die aktive Bewirtschaftung Ihres Vermögens

Dem akuten Wohlstandsverlust, den wir alle erleben, können wir langfristig nur durch eine aktive Bewirtschaftung des Vermögens entgegenwirken. Sparen hilft natürlich auch, schafft aber keine Wertschöpfung. Wachstum braucht Energie. Nicht nur im Sinne von Wärme, sondern auch durch Dynamik, innere Kraft und Innovation. Auch in Zeiten von „Krisenbewältigung first“ ist das Streben nach Wachstum unteilbar mit der Freiheit verbunden. Schon Ludwig Erhardt bezeichnete politische, wirtschaftliche und menschliche Freiheit als eine komplexe Einheit, in der es unmöglich ist, einen Teil herauszureißen, ohne das Gesamte zu gefährden. Angesichts dieser Erkenntnis gewinnt der Begriff „Zeitenwende“ verstärkt an Bedeutung. Ein friedliches Ende des Krieges in der Ukraine ist ein bedeutender Schlüssel, um dem gefühlten Dauerkrisen-Modus erst mal zu entkommen. Lassen Sie uns die Hoffnung darauf nicht aufgeben.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und bleiben Sie voller Energie.

Ihr Team der Maneris AG

Rückblick

„Wie gewonnen, so zerronnen!“ So könnten wir das dritte Quartal zusammenfassen. Nach den bis zum Halbjahr erreichten Tiefständen keimte an den Börsen Hoffnung und Zuversicht auf, was den DAX von Anfang Juli bis Mitte August zu einer Zwischenerholung von 1.500 Punkten oder 12 % animierte. Doch spätestens mit der Rede von Jerome Powell vom 26. August war der Optimismus verpufft. Der Chef der amerikanischen Notenbank kündigte an, entschlossen und energisch die Inflation zu bekämpfen „bis der Job erledigt ist“. Was bedeutet, dass die Zinsen massiv erhöht werden. Ohne Rücksicht auf die Wirtschaft. Den hohen Preis einer möglichen Rezession nimmt der Währungshüter in Kauf. Was für eine bittere Pille für die Finanzmärkte. Folgerichtig stürzten sowohl die Zinsmärkte als auch die Aktienkurse in den Keller, als ob Ihnen jemand den Teppich unter den Füßen weggezogen hätte. 

Inflation steigt geradewegs weiter an

Seit Anfang des Jahres hat nun der DAX rund 24 % an Wert verloren, der Weltaktienindex MSCI in US-$ notiert ca. 25% unter seinem Startwert. Die globalen Aktienmärkte markieren damit zum Ende des dritten Quartals neue Jahrestiefstände. Die Umlaufrendite aller öffentlichen Anleihen in Deutschland ist im Jahresverlauf von Minus 0,28 % auf Plus 2,01 % gestiegen. Was für dramatische Schwankungen in so kurzer Zeit. 

Konjunktur lässt auf sich warten

Im Sommer war Optimismus aufgekommen, weil man davon ausging, dass die US-Inflationsrate ihren Höhepunkt überschritten haben könnte und die Notenbank damit eine Pause bei den Zinserhöhungen machen würde. Sogar von möglichen Zinssenkungen im nächsten Jahr war schon die Rede. Tatsächlich aber stieg die Kerninflation (Inflation ohne Lebensmittel und Energie) weiter an. Die Fed muss also besonders stark bremsen, um die Inflation zu bekämpfen. Dieses Manöver löst international Zinssteigerungen aus und treibt den Dollar nach oben, wodurch die Energiepreise für uns Europäer zusätzlich verteuert werden. Die Gretchenfrage lautet: Wie viele Zinsschritte sind nötig, bis die Inflation gedrückt wird und bestenfalls die Konjunktur wieder Tritt fasst?

Erste Anzeichen einer Wachstumsflaute unübersehbar

Ein viel beachteter Frühindikator für die amerikanische Konjunktur ist der sogenannte Zinsspread. Dabei wird der Unterschied zwischen den kurzfristigen und den langfristigen Renditen gemessen. Liegen die 10-jährigen Bonds (aktuell 3,57 %) unter den 2-jährigen (aktuell 4,0 %), verheißt das für die weitere Konjunktur nichts Gutes. Derzeit beträgt der negative Unterschied 0,43 % und wird somit als invers bezeichnet. Wann immer die Zinskurve in der Vergangenheit einen inversen Verlauf aufzeigte, folgte eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Wachstumsflaute. Das letzte Mal, dass die Inversion derart deutlich ausfiel, war kurz nach der Jahrtausendwende. Im Frühjahr 2001 folgte dann prompt eine Rezession. In Deutschland liegt der Renditeabstand zwischen kurz- und langlaufenden Staatsanleihen mit 0,33 % im positiven Bereich. 

Während die US-Fed es ernst zu meinen scheint, sucht die EZB weiter nach dem Hasen im Hut. Würde sie ähnlich forsch die Inflation bekämpfen wie die Amerikaner, könnte der Kollateralschaden in der Wirtschaft einem Überlebenskampf gleichkommen. 

Auch Chinas Wirtschaft schwächelt

Und was ist eigentlich in Asien los? China lässt militärisch die Muskeln spielen und umkreist mit Kampfjets und Militärschiffen Taiwan. Die Führung in Peking zeigt sich erbost über Joe Bidens Aussagen zu möglicher US-Unterstützung Taiwans im Falle eines chinesischen Angriffes gegen den Inselstaat. Dabei hätte Präsident Xi auf dem Festland genug zu tun, denn die Wirtschaft wird durch die harte Null-Covid-Politik anhaltend belastet. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft zeigte mit 0,4% das schwächste Quartal seit Beginn der Pandemie. Doch ein Einlenken des Regimes ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Regelmäßig werden Millionen Chinesen in den Lockdown versetzt. Das Analysehaus Capital Economics zählte im August 41 Millionenstädte, die für 32 % der chinesischen Wirtschaftsleistung stehen, im Lockdown. Sollte sich der Kurs nicht ändern, besteht die Gefahr der wachstums-

bremsenden Corona-Dauerschleife. Damit wird China als Wirtschaftsstandort und auch als Absatzmarkt, gerade für deutsche Exportunternehmen, zunehmend unattraktiver. Die Lockdowns in China sorgen zudem für anhaltende Engpässe in den globalen Lieferketten. Eigentlich wollte China in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 5,5 % erreichen, was immer weniger realistisch erscheint. Experten rechnen wegen der Covid-Restriktionen und der Probleme auf dem Immobilienmarkt nur noch mit 3 %. Es liegt auf der Hand, dass der chinesische Aktienmarkt unter diesen Bedingungen keine rosige Perspektive bietet. 

Prognosen für 2023: Positivere Aussichten für die US-Wirtschaft

Während wir in Asien und den Schwellenländern die Anlagechancen als begrenzt erachten, scheint die Vorrangstellung von US-Aktien ungebrochen. Natürlich sind deren Kurse auch gefallen, über 20 % seit Anfang Januar. Es besteht jedoch die Chance, dass damit eine milde Rezession bereits eingepreist ist. Immerhin präsentiert sich der amerikanische Arbeitsmarkt in einer soliden Verfassung. Vollbeschäftigung und Rezession, das passt irgendwie nicht zusammen. In früheren Phasen der wirtschaftlichen Abschwächung zeigte sich die US-Wirtschaft sehr widerstandsfähig, was sich auch in den 2023er Gewinnwachstumserwartungen für US-Unternehmen von 4 bis 6 % ausdrückt. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass die Gewinnaussichten sich noch einmal eintrüben.

Ausblick

Wenn die Konzerne ab Oktober die Bücher der ersten drei Quartale offenlegen, wird sich zeigen, wie die Unternehmen durch die schwierigen Zeiten kommen. Der Markt geht von enttäuschenden Zahlen aus. Gut möglich, dass die Kurse schon einiges vorweggenommen haben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, also der Multiplikator auf die Unternehmensgewinne als Maßstab für die Aktienbewertung legt nahe, dass Käufe auf dem jetzigen Niveau im historischen Vergleich schon als günstig zu bezeichnen wären. Zu mutmaßen ist jedoch, dass die Aussichten über den weiteren Geschäftsgang zunächst noch nicht besser werden und die Gewinnerwartungen Luft nach unten haben.

Es drängt sich die objektive Frage auf, in welcher Anlageklasse sich das Risiko des Vermögensverlustes minimieren lässt und dennoch Chancen auf Rendite zu finden sind.

Die Anlageklassen im Schnelltest: 

Immobilien

Wir gehen davon aus, dass Immobilienpreise in diesen Zeiten ihren Höhepunkt überschritten haben. Die Kombination aus drastischen Steigerungen bei Neubau- und Finanzierungskosten erlauben keine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte. Hinzu kommt, dass die energetischen Anforderungen bei Bestandsimmobilien drastisch steigen werden – Stichwort Nachhaltigkeit im Immobilienportfolio. 

Edelmetalle

Gold als die Krisenwährung funktioniert derzeit nicht so richtig, da Zinspapiere zumindest wieder kleine nominelle Renditen abwerfen. Vielleicht müssen die Zeiten noch schlechter werden, damit Gold seinem historischen Wertsicherungscharakter gerecht wird? Für diesen Fall halten wir an unserer Investition in dem glänzenden Edelmetall fest. 

Bares

Liquidität ist der Kaufkraftminderung mit voller Wucht ausgesetzt, daher ist Bargeld, egal ob auf dem Konto oder unter dem Kopfkissen, als dauerhafter Wertaufbewahrungsort ungeeignet.

Zinsen

Die Zinsen steigen derzeit. Dieser Prozess ist für die Anleger einerseits erfreulich, andererseits aber zunächst mit Kurseinbußen im Bestand verbunden, da die tieferen Renditen der Anleihen aus den Vorjahren erst einmal auf das aktuelle Maß gehoben werden müssen. Für Neuanlagen wird es langsam wieder interessanter, da zumindest die Zeiten negativer Zinsen vorüber sind. Wir sollten uns aber nichts vormachen: Positive Realrenditen (d. h. Zinsen minus Inflation)  wird es auf absehbare Zeiten nicht geben. 

Aktien

Bleibt die Aktie als unternehmerische Beteiligung. Auch in diesen Zeiten gilt die Regel: Aktien bieten neben dem Risiko immer eine Chance. Daran ändert auch der aktuelle Zustand nichts. Wir stellen uns darauf ein, dass die multiplen Krisen dieser Zeit sich nicht in Tagen oder Wochen auflösen, sondern eher in Monaten oder Jahren. Unser Plädoyer für die Aktie basiert auf der Überzeugung, dass auch in Zukunft die Fähigkeit der Unternehmen, Innovationen und Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten und diese in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen, das attraktivste Verhältnis von Chance zu Risiko bietet. Daher favorisieren wir weiterhin diese Anlageklasse.

Zeitenwenden brauchen Geduld und Disziplin. Wenn wir mittendrin sind, wissen wir leider nicht, wie viel des Weges noch vor uns liegt. 

Was macht eigentlich Novo-Nordisk A/S?

Der Profiteur im Kampf gegen zwei „Wohlstandskrankheiten“

Wer laut Welthandelsorganisation einen Body-Mass-Index über 30 aufweist, gilt als adipös oder auch fettleibig. Vor allem in den westlichen Staaten, allen voran den USA, ist der Anteil der übergewichtigen Personen besonders hoch. Dies liegt insbesondere an der ungesunden Ernährungsweise und fehlender sportlicher Aktivität. Weltweit zählt die WHO derzeit ca. 764 Millionen adipöse Menschen. Bis 2030 soll diese Zahl auf über eine Milliarde anwachsen. Neben den steigenden wirtschaftlichen Kosten, die diese Krankheit mit sich bringt, bestehen auch Risiken für weitere Folgeerkrankungen. Eine davon ist Diabetes (Typ 2). Diese Autoimmunerkrankung hat zur Folge, dass der Blutzuckergehalt im menschlichen Körper steigt, was wiederum zu Schäden im Herzkreislauf- und Nervensystem führen kann. Um den Blutzuckerspiegel zu senken, wird dem Körper Insulin verabreicht.

Der Weltmarktführer für Insulin ist der Konzern Novo-Nordisk aus Dänemark, der etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs deckt. Studien gehen davon aus, dass die Anzahl an Diabeteskranken bis 2045 weltweit um 51 % steigen wird. Insbesondere in den Schwellenländern dürfte sich dieser Trend mit zunehmendem Wohlstand fortsetzen. Der demografische Wandel und die damit verbundene Zunahme chronischer Erkrankungen begünstigt diese Entwicklung. Hier profitiert Novo Nordisk als klarer Marktführer und dank eines breiten wirtschaftlichen Burggrabens.

Vor einigen Jahren hat Novo Nordisk entdeckt, dass einer ihrer Diabetes-Wirkstoffe auch gewichtsreduzierende Wirkung aufweist. Das entwickelte Präparat namens „Wegovy“ wurde erst vor Kurzem zugelassen und seit Anfang dieses Jahres in den USA und Europa vertrieben. Das Produkt konnte in großen Studien eine Gewichtsreduktion von über 15 % nachweisen. Somit lassen sich mit einem Medikament gleich zwei Krankheiten behandeln. Aufgrund der enorm hohen Nachfrage kommt das Unternehmen jedoch derzeit nicht mit der Produktion nach. Neben den Dänen versucht auch das amerikanische Unternehmen Eli Lilly den Markt zu erschließen. Bis Ende des Jahres hoffen die Amerikaner auf die Zulassung des Medikaments „Tirzepatid“, das neben der Behandlung von Diabetes ebenfalls zu einer Gewichtsabnahme führt. Auch wenn dieses Medikament Zulassungen in weiteren Ländern bekommen sollte, bietet der wachsende Markt genügend Platz für zwei Pharmaunternehmen. 

Um den Geschäftskern zu stärken und gleichzeitig das Portfolio zu diversifizieren, forscht Novo-Nordisk in insgesamt zehn Forschungs- und Entwicklungszentren an neuen Arzneien. Dabei setzten sie auch auf moderne Technologie von Microsoft. Erst vergangene Woche wurde die Partnerschaft bekannt gegeben. Die Erfolge von Novo-Nordisk spiegeln sich auch in den Zahlen wider. Beispielsweise liegt die Nettomarge seit mehreren Jahren bei über 30 %. Auch die Börse honorierte die Erfolge des Unternehmens. Seit Anfang 2021 legte der Kurs der Aktie um über 80 % zu.

Kontext

Gedanken zur strategischen Aufstellung von Vermögen in unruhigen Zeiten

Auch wenn es banal klingt, jede Krise geht irgendwann einmal zu Ende. Dieses Mal dürfte es nicht so schnell gehen wie nach Corona. Die Herausforderungen sind einfach viel komplexer. Trotzdem glauben wir daran, dass die schwierige Phase endet und der Blick nach vorn dann konstruktiver sein wird. An den grundsätzlich großen Trends wie Gesundheit, Digitalisierung und der Energiewende hat sich schließlich nichts geändert. Daher ist es aus unserer Sicht gerade in diesen Zeiten wichtig, sich die strategischen Grundsätze der gewählten Strategie noch einmal zu vergegenwärtigen. Folgende Punkte sind die Quintessenz der strategischen Kapitalanlage:

Vertrauen Sie den langfristigen Trends am Aktienmarkt.

Trotz zeitweilig heftiger Einbrüche an den Märkten konnten Aktien über einen langfristigen Zeitraum immer zu ihrem Aufwärtstrend zurückkehren. Rückwärts betrachtet waren Phasen schwacher Märkte eine Einstiegsgelegenheit. Leider nimmt man dies häufig erst im Rückspiegel so wahr. 

Markttiming funktioniert nur sehr bedingt.

Die Illusion, bei hohen Kursen (am besten alles) zu verkaufen, um dann am Tiefpunkt wieder einzusteigen, ist in der Praxis leider nur eine Fabel. Langfristig entscheidet die strategische Ausrichtung über den wesentlichen Teil des Erfolgs. 

Definieren Sie einen Zeithorizont – und bleiben dabei.

Aktien (und auch Anleihen) sind eine langfristige Anlage. Das ist den Anlegern eigentlich auch klar. In Krisenphasen neigen wir aber dazu, langfristige Überlegungen doch kurzfristig zu hinterfragen. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Je langfristiger eine Strategie ausgerichtet ist, desto geringer sind die Risiken.

Korrekturen sind unvermeidlich.

Die Tech-Blase (2001), die Lehman-Pleite (2008), die Eurokrise (2011), der US-Handelskrieg mit China (2018) und Corona (2020) sind nur einige Krisen, die uns in den letzten drei Jahrzehnten beschäftigt haben. Auch wenn es sich niemand wünscht, solche Krisen gehören leider dazu und werden auch zukünftig immer wieder auftreten.

Umgang mit Nachrichten und Meinungen.

Der Job eines Crash-Propheten ist eigentlich ganz einfach. Man muss nur in großer Regelmäßigkeit die morgigen Krisen ausrufen. Irgendwann wird man dann wohl mal recht haben. Für eine langfristige Anlagestrategie ist dies nur bedingt hilfreich. Gerade jetzt häufen sich Nachrichten in Zeitungen und Online-Portalen, die uns über die wahrscheinliche Entwicklung der kommenden Tage informieren. Wenn uns das Jahr 2022 aber eines ganz deutlich vor Augen geführt hat, ist es die Erkenntnis, dass kurzfristige Prognosen nur bedingt haltbar sind. Für die Anlagestrategie sind die langfristigen Trends wichtig.

Qualität und Diversifikation.

Der Erfolgsfaktor für eine gute Strategie (über verschiedene Zeiträume und Marktphasen hinweg) bleibt eine solide und handwerklich breite Zusammenstellung der Portfolios. Starke Übergewichtungen einzelner Sektoren sind genauso wenig hilfreich wie Investitionen in kurzfristige Modethemen, schnelle Depotumschichtungen oder Radikalentscheidungen. 

Maneris Select UI

Anlagestrategie

Der Fonds verfolgt einen aktiven Investmentansatz und kann flexibel in die Vermögensklassen investieren, die im jeweiligen Kapitalmarktumfeld attraktiv erscheinen. Der Anlageprozess folgt den Grundsätzen einer klassischen Vermögensverwaltung. Eine breite Risikostreuung über die traditionellen Anlageklassen Aktien und Anleihen und darüber hinaus, z. B. in Wandelanleihen und Finanzinstrumente, welche die Wertentwicklung von Edelmetallen abbilden, soll das Renditepotenzial der jeweiligen Segmente nutzen und die Verlustrisiken redu­zieren. Die Auswahl erfolgt nach einem disziplinierten Prinzip der Risikostreuung. Maßgeblich für jede Anlageentscheidung ist die Qualität der jeweiligen Einzel­investments. Der Fonds orientiert sich ganz bewusst an keinem Vergleichsindex. Festgelegte Investitions­quoten gibt es nicht. Oberstes Ziel ist es, nachhaltig attraktive Renditen zu erwirtschaften.

Fondskommentar 

Per Saldo könnte man für das dritte Jahresviertel von einer ruhigen Entwicklung des Maneris Select sprechen. Vergleicht man nur den Beginn mit dem Ende des Quartals liegt die Entwicklung bei – 0,1 %. Diese Betrachtung blendet allerdings die starken Schwankungen der Zwischenzeit komplett aus. 

Eine kräftige Aufwärtsbewegung im Juli (+ 6,73 %) ließ die Verluste vom 30.06. erfreulich zusammenschmelzen. Zumindest bis Mitte August, als die Angst vor Inflation, Rezession und steigenden Zinsen vehement zurückkehrte. Denn mit einem addierten 2-Monatsminus von 6,84 % im August und September war die Erholung verpufft. Einmal mehr wurde der September seinem Ruf als schlechter Börsenmonat gerecht, markierte er doch zum Schluss neue Jahrestiefkurse bei Aktien und Anleihen.

Seit Jahresbeginn beträgt die Wertentwicklung des Fonds nun -13,58 %. Die Vergleichsgröße aus 50 % Aktien/50 % Anleihen liegt leicht tiefer bei -14,1 %. An der grundsätzlichen Positionierung hielten wir fest. Wesentliche Zu- oder Verkäufe fanden nicht statt. Zwischenzeitlich hatten wir allerdings unsere Kursabsicherung ausgebaut und die Aktienquote um mehr als 10 % zurückgefahren.

Positive Wertbeiträge zeigten im Q3 ausgerechnet einige Verlierer des Vorquartals. PayPal (+31 %), Amazon (+13 %) und Münchner Rück (+11 %) weisen erfreuliche Entwicklungen. Der Immobilienkonzern Vonovia (-25 %), der China Fonds Robeco Chinese Equities (-17 %) und der Konsumartikelhersteller Church & Dwight (-17 %) bilden die Schlusslichter des Berichtszeitraums und schlossen damit klar im Minus.

Der Fonds ist derzeit in 76 Wertpapieren investiert. Das Anlagevolumen verteilt sich auf 56 % Aktien, 23 % Renten, 5 % Zertifikate, 5 % Gold und 11 % Liquidität.

Wertentwicklung Fonds-Select Strategien

vom 01.01.2022 bis 30.09.2022

Oft erschweren hohe Transaktionskosten oder auch kleinere Anlagebudgets eine effektive Verteilung der Risiken bei gleichzeitig gezielter Ausschöpfung der Marktchancen. Investmentfonds bieten anerkannte und bewährte Möglichkeiten, beide Anforderungen in einem Portfolio zu erfüllen. Unsere fondsgebundene Vermögensverwaltung basiert auf dem ausgewogenen Mischfonds ‚Maneris Select UI‘ als Kerninvestment und wird ergänzt um aktive Investmentfonds anderer Manager sowie passive Indexprodukte (ETF) namhafter Emittenten.

Bei dieser Kombination aus aktivem Fondsmanagement in handverlesenen Fonds­konzepten sowie kostengünstigen Indexprodukten, investieren wir flexibel in die unterschiedlichen Vermögensklassen, die aus unserer Sicht im jeweiligen Kapitalmarktumfeld attraktiv erscheinen. Dabei übernehmen wir im Rahmen eines Vermögensverwaltungs-Mandates sämtliche Anlageentscheidungen.

Unsere Select-Strategien bieten wir in drei Varianten an, je nachdem wie Ihre Renditeerwartung und Ihre Risikoneigung Ihre Anlagewünsche prägen.

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Den in dieser Publikation enthaltenen Angaben liegen historische Daten sowie Einschätzungen der MANERIS AG zu künftigen Marktentwicklungen zu Grunde. Diese Markteinschätzungen sind auf der Basis von Analysen gewonnen worden, die mit der gebotenen Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt erstellt worden sind. Dennoch kann die MANERIS AG für ihr Eintreten keine Gewähr übernehmen. Die hier veröffentlichten Angaben stellen keine Anlageberatung dar und können eine individuelle Beratung nicht ersetzen.

Wofür wir stehen

Wir sind ein inhabergeführtes Unternehmen, das nicht den Zwängen eines Konzerns oder einer Bank unterliegt. Wir entscheiden zu 100 % unabhängig und sind somit in der Lage frei zu handeln. So können wir Chancen und Risiken in ­Einklang bringen und unsere Ideen konsequent umsetzen. Aus diesem Grund haben wir unseren Namen gewählt. Wortwörtlich übersetzt heißt ­maneris genau das: Handle frei.

Unsere Kernkompetenz liegt in der persönlichen Beratung und der Schaffung von nachhaltigem Anlageerfolg für ­unsere Mandanten.

Herausgeber:
MANERIS AG · Sandstraße 50 · 57072 Siegen
Tel.: 0271 317972-0 · FAX: 0271 317972-13
www.maneris.de · info@maneris.de

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Redaktion: Andreas Muhl, Heiko Vitt, Peter Engel, Michael Bender

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