Quartalsberichte

Bericht zum 1. Quartal 2026

Vier Quartale, vier spannende Ein- und Ausblicke. Schauen Sie sich jetzt den aktuellen Bericht an.

Liebe Leserin, liebe Leser,

zum Ende des ersten Quartals 2026 zeigt sich die Weltlage deutlich unübersichtlicher, als wir es noch zu Jahresbeginn erwarten durften. Damals überwogen die Hoffnung und die Zuversicht, dass die Konjunktur – insbesondere in Deutschland – den Tiefpunkt hinter sich gelassen haben könnte. Wenige Monate später ist klar: Die Wirklichkeit hatte mehr Wendungen parat, als es uns lieb sein konnte. Selten waren die Seiten unseres Finanz-Tagebuchs in so kurzer Zeit derart dicht beschrieben. Die Schlagzeilen der vergangenen drei Monate waren zahlreich – und leider nur selten erfreulich.

Eskalation im Nahen Osten belastet die Märkte

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Märkte ist die erneute Eskalation im Nahen Osten. Der gemeinsam von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran hat die ohnehin fragile geopolitische Lage weiter verschärft. Besonders problematisch ist dabei weniger das Ereignis an sich als die fehlende Planbarkeit seiner Dauer und seines möglichen Ausgangs. Für Unternehmen und den globalen Handel, für uns als Vermögensverwalter und für Investoren ist genau das der kritische Punkt: Unsicherheit ist kein guter Nährboden für stabile Märkte.

Entsprechend heftig fielen die Reaktionen an den Rohstoffmärkten aus. Vor allem die Energiepreise haben stark angezogen. Öl und Gas verteuerten sich spürbar, nicht zuletzt wegen der angespannten Lage rund um die Straße von Hormus – einem sensiblen Nadelöhr der Weltwirtschaft. Fällt dort ein relevanter Teil des globalen Energieflusses aus, hat das unmittelbare Folgen für Preise, Produktionskosten und Investitionsentscheidungen weltweit. Besonders stark betroffen ist Asien, wo die Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Nahen Osten traditionell hoch ist.

Auch Europa spürt erneut, wie verletzlich Volkswirtschaften bei externer Energieabhängigkeit bleiben. Die Versorgung mag derzeit gesichert erscheinen – doch an den Märkten gilt weiterhin ein einfaches Prinzip: Knappheit verteuert. Für Verbraucher zeigt sich das an der Zapfsäule, für Unternehmen, insbesondere energieintensive Betriebe, geht es um weit mehr. Höhere Kosten werfen unmittelbar Fragen auf: Können diese an Kunden weitergegeben werden? Werden Investitionen verschoben? Kommen Margen unter Druck? Müssen Kapazitäten oder sogar Personal angepasst werden? Je länger die geopolitische Anspannung und das erhöhte Energiepreisniveau anhalten, desto stärker belastet dieser Mix die Börsen.

Inflation und Zinsen rauf - Aktien und Gold runter

Die Konsequenzen waren im ersten Quartal klar sichtbar: Globale Aktienmärkte gaben nach, die Zinsen stiegen vor dem Hintergrund wieder zunehmender Inflationssorgen, und selbst klassische Krisenmetalle wie Gold und Silber konnten sich diesem Umfeld nicht entziehen und verloren zwischenzeitlich deutlich an Wert. Auf der Währungsseite legte der US-Dollar zu, was für europäische Anleger bei deren US-Investments zumindest einen kleinen Ausgleich darstellte.

Die großen Aktienindizes notieren zum Ende des ersten Quartals 2026 daher durchweg im Minus (jeweils in EUR):

DAX: - 7,4%

EuroStoxx 50: - 3,8%

MSCI World: - 3,5%

S&P 500: - 4,6%

Nasdaq 100: - 6,0%

Selbst breit diversifizierte Portfolios konnten sich diesem Marktumfeld nicht entziehen. Entsprechend fällt die Zwischenbilanz zum Quartalsende unbefriedigend aus. Das ist nicht angenehm, aber es ist Teil der Realität an den Kapitalmärkten: Volatilität gehört zum Investieren dazu. Gerade in solchen Phasen zeigt sich, wie wichtig ein disziplinierter und nüchterner Blick auf Risiko, Qualität und Streuung ist.

In unserem Basisszenario gehen wir weiterhin davon aus, dass die Lage im Nahen Osten nicht in einen großflächigen, langanhaltenden Flächenbrand übergeht. Ebenso halten wir einen dauerhaften Krieg mit entsprechend tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen derzeit nicht für das wahrscheinlichste Szenario. Der politische Druck auf die handelnden Akteure wächst, und erfahrungsgemäß üben auch die Finanzmärkte selbst eine disziplinierende Wirkung aus, wenn politische Entscheidungen wirtschaftlich zu teuer werden.

Standhaftigkeit und Diversifikation

Für den Fall, dass sich die Lage am Persischen Golf schrittweise entspannt und die Energiepreise wieder nachgeben, bleiben die Voraussetzungen für eine Erholung der Märkte grundsätzlich erhalten. Historisch gilt: Weder Krisen noch Kriege dauern ewig, und nicht selten werden geduldige, langfristig orientierte Investoren gerade in schwierigen Phasen für Standhaftigkeit und selektive Zukäufe belohnt. Bis dahin allerdings bleiben Aktien, Zinsen, Öl, Gold und Währungen stark von der täglichen Nachrichtenlage abhängig.

Auf diese kurzfristige Taktung richten wir unsere Anlageentscheidungen bewusst nicht aus. Vermögensverwaltung ist kein Wettspiel auf Schlagzeilen. Gerade im Umgang mit dem Vermögen unserer Kunden sehen wir uns zu Umsicht, Disziplin und Demut verpflichtet. Deshalb orientieren wir uns weiterhin an fundamentalen Bewertungen, soliden Geschäftsmodellen und einer breiten Diversifikation. Diese Faktoren mögen in unruhigen Marktphasen zeitweise in den Hintergrund treten – langfristig bleiben sie jedoch die tragenden Säulen eines robusten Portfolios...

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Redaktion: Andreas Muhl, Heiko Vitt, Peter Engel, Michael Bender

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