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Bericht zum 2. Quartal 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,

Neue Zeitrechnung „nach Corona"

der weltweite Corona-Ausbruch hat unseren Alltag tiefgreifend verändert – und wird wahrscheinlich auch die Zukunft umgestalten. Das Jahr 2020 wird einen besonderen Platz in den Geschichtsbüchern einnehmen. Sars-CoV-2 ist die größte gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In Zukunft werden wir womöglich eine neue Trennlinie durch die Geschichte ziehen. So wie wir es seit über 70 Jahren mit der Vor- und Nachkriegszeit handhaben, könnte es eine Zeit „vor Corona“ und „nach Corona“ geben. Sicher ist, dass die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Ereignisse noch lange nachwirken werden.

Als Vermögensverwalter beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Auswirkungen diese Veränderungen für Investoren haben könnten. Langfristig orientierte Aktienanleger investieren ganz bewusst in den Wert, den ein Unternehmen voraussichtlich in Zukunft einmal erreichen wird. Deswegen ist es für sie wichtig, nicht nur auf die nächsten Wochen, sondern darüber hinaus auf die kommenden Monate und Jahre zu blicken. Sicher ist, dass die Welt dann ganz anders aussehen wird als zu Beginn des Jahres 2020 vermutet. Dies könnte für Anleger bedeuten, dass sich ihnen völlig neue Türen öffnen. Im Folgenden geht es um fünf Bereiche, die sich nach der Überwindung der globalen Gesundheitskrise wahrscheinlich neu orientieren werden – und die für Anleger von besonderer Wichtigkeit sein könnten.

1. Technologie für Social Distancing

Technologiebranche großer Gewinner

Die Technologiebranche hatte vor der Krise eine hohe Wachstumsdynamik und ist gut aufgestellt, um auch in Zukunft zu den Gewinnern zu zählen. Die Krise hat Trends beschleunigt z.B. in den Bereichen Telearbeit, Online-Bildung, Diagnostik, Online-Gaming und Streaming. Wir gehen davon aus, dass diese und viele weitere virtuelle Lösungen, die jetzt weit verbreitet sind und gut angenommen werden, schneller wachsen und noch breitere Akzeptanz finden werden. Entsprechend wird auch die Nachfrage nach Software und Infrastruktur, die diese Anwendungen möglich machen, steigen. Darüber hinaus könnten auch andere technologische Lösungen profitieren, die ebenfalls Aktivitäten ohne menschlichen Kontakt erlauben. Zu denken wäre an Zustellungswege ohne Postboten, Telemedizin und E-Sport.

2. Global versus lokal

Da sich Länder immer stärker auf sich selbst konzentrieren und sich um ihre Bevölkerung und Wirtschaft kümmern, könnte der seit Jahrzehnten herrschende Trend zur Globalisierung von einem Trend zur Regionalisierung abgelöst werden. Die Handelsspannungen zwischen den USA und China hatten bereits Fragen aufkommen lassen bezüglich der Verortung globaler Lieferketten und möglicher Risiken durch regionale Konzentrationen. Das Corona-Virus hat diese Fragen verstärkt in den Fokus gerückt.

Umdenken bei den ­Lieferketten

Lieferketten müssen sich vielfältiger aufstellen, um krisenfester zu werden. Viele Länder werden wahrscheinlich versuchen, Teile der Produktion nach Hause zu holen. Aber der Wechsel von konzentrierten zu stärker diversifizierten Lieferketten wird mit Kosten verbunden sein. Die Unternehmen können diese Kosten entweder selbst tragen (was der Rentabilität schadet) oder sie an die Verbraucher weitergeben, indem sie höhere Preise für die Endprodukte verlangen (was die Inflation begünstigt). Neben global versus lokal geht es auch um den Gegensatz zwischen Stadt und Land. Das COVID-19-Ausbruchsgeschehen war vor allem auf den städtischen Raum konzentriert, wo zugleich auch das wirtschaftliche Herz schlägt. Die Rolle der Bürozentren wurde dadurch zurückgedrängt, da die Bevölkerung sich an die Peripherie bewegte und extern arbeitete. Von solchen Entwicklungen könnten ländlichere Regionen in mehrfacher Hinsicht profitieren. Wenn Produktion nach Hause zurückgeholt wird, so wahrscheinlich in bislang strukturschwächere Gebiete. Wenn Telearbeit, also das „Home-Office“, zur Normalität wird, könnte es zudem immer mehr Menschen ermöglichen, aus den Ballungszentren wegzuziehen.

3. Die Bilanzen überdenken

Bilanzen künftig ­kritischer ­sehen

Was wir unter einer „soliden Bilanz“ verstehen, muss unter Umständen überdacht werden. Viele Unternehmen sind solvent genug, eine Rezession zu überstehen. Auf Monate, in denen sie gar keinen Umsatz machen, sind sie nicht vorbereitet. Es ließ sich beobachten, dass einige Unternehmen in stark betroffenen Branchen neben Dividenden auch Gehälter kürzten und versucht haben, auf diese Weise Kapital zu beschaffen und ihre Liquidität zu erhöhen. Viele dieser Unternehmen haben zu hohe Schulden. Unter anderem, weil sie Übernahmen getätigt und dafür ihre Bilanzen aufgebläht haben. Aus unserer Sicht wird es beim Einsatz von Fremdkapital zu einer Neubewertung kommen. In der Folge könnte ein Rückgang der Fusionen und Übernahmen (M & A) erfolgen, die in den letzten Jahren stark angestiegen sind. In jedem Fall aber gehen wir davon aus, dass Institutionen, die über ausreichend Liquidität verfügen, in der Lage sein könnten, einige außergewöhnliche Transaktionen mit Unternehmen zu tätigen, die im Zuge der Krise Liquidität benötigen.

4. Trend zu Nachhaltigkeit

Unserer Ansicht nach ist die Corona-Krise eine bedeutende Triebfeder für Anlagen mit Fokus auf Umwelt, Soziales und Governance (ESG). Ob sich einzelne Unternehmen in der Krise sozial verhalten haben, wird in Erinnerung bleiben und diejenigen geschäftlich besserstellen, von denen Beschäftigte, Kunden und die Gesellschaft glauben, dass sie sich in dieser schwierigen Zeit menschenfreundlich verhalten haben. Außerdem mahnt die Pandemie: Wenn es um eine Konfrontation zwischen Mensch und Natur geht, behält die Natur meist die Oberhand. Wenn die Menschen zunehmend verstehen, dass es wichtig ist, der Natur einen gesunden Respekt entgegenzubringen, könnte dies einen Wendepunkt bei Umweltfragen wie dem Klimawandel bedeuten.

ESG als neues Dauerthema am Markt

Wir sehen ESG als Thema, das sich dauerhaft am Markt etablieren wird. Dabei wird es nicht mehr nur um Kontroversen und Abwärtsrisiken gehen, sondern zunehmend auch um die Auswirkungen ESG-bezogener Themen auf Fundamentaldaten und Bewertungskennzahlen von Unternehmen. Die Anleger, so scheint es, sind sich dessen bereits bewusst: Nachhaltige Strategien haben im jüngsten Abschwung eine Outperformance erzielt und ziehen weiterhin Kapital an.

5. Freizeit zurückerobern

­Neuaufbruch nach Corona

Freizeitaktivitäten werden wahrscheinlich noch eine ganze Weile unter Druck stehen – Corona lastet schwer auf den Herzen und Köpfen weltweit. Sobald jedoch ein Impfstoff zur Verfügung steht, erwarten wir einen gesunden Aufschwung im Bereich der Urlaubsreisen. Wenn wieder Normalität einkehrt, werden die Menschen wieder in die Welt reisen und das Leben in vollen Zügen genießen wollen. Es lohnt sich, hier einen Blick zurück zu werfen: Nach dem Ersten Weltkrieg beherrschte die Spanische Grippe über zwei Jahre hinweg das Geschehen – aber darauf folgten die Roaring Twenties und mit ihnen der Wunsch zu vergessen. Im Bereich beruflich bedingter Reisen könnte es anders aussehen. Die Unternehmensleitungen haben jetzt den Beweis, dass Videokonferenzen sowohl eine effektive als auch wirtschaftlich effiziente Alternative zu persönlichen Treffen und Veranstaltungen sind. Möglicherweise wird die Anzahl an Geschäftsreisen nie wieder das Level erreichen wie vor der Pandemie.

Der Tag wird kommen, an dem Corona Vergangenheit ist. Wir alle sehnen ihn herbei. Im Rückblick wird man die Zeiten, die wir gerade erleben, aus Investorensicht unter Umständen vor allem als Kaufgelegenheit für Aktien bewerten. Dies zu erkennen ist die eigentliche Aufgabe aktiven Managements – denn es geht darum, über den Moment hinauszublicken, kritisch über die Welt nachzudenken und in ihr künftiges Potenzial zu investieren.

Welche Lehren ziehen wir aus einem völlig „verrückten“ ersten Halbjahr 2020?

Corona, negativer Ölpreis und zum Schluss die Wirecard-Pleite – diese Themen hatte wohl niemand auf dem Zettel. Prognosen zum Jahresanfang berücksichtigen nicht einmal am Rande diese Agenda, die uns als Anleger und Vermögensverwalter in Atem hielt. Es zeigt, dass Prognosen schwierig bis unmöglich sind und die Realität einen immer auf dem falschen Fuß erwischen kann.

Disziplin weiter nötig

Gerade in Crashzeiten gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Da in einer Krise die Kluft zwischen Gewinner- und Verliererunternehmen sehr groß ist, bleibt die Mischung aus Diversifikation und Qualität das wichtigste Gebot. Das ist nicht neu, sondern das Grundrezept für eine erfolgreiche Geldanlage. Auch wenn die Börsen sich von ihren Tiefstkursen erholen konnten, die Auswirkungen der Pandemie auf Konjunktur, Wirtschaft und Unternehmen folgen noch. Obwohl wir für die Börsenentwicklung grundsätzlich zuversichtlich sind, ist die Devise für die nächsten Monate, diszipliniert zu bleiben.

Die vielen Gespräche mit unseren Mandanten in der „Corona-Hochzeit“ waren für uns ausgesprochen motivierend, unserer Investmentkultur auch in diesen anspruchsvollen Wochen treu zu bleiben. Unsere Investoren haben den besagten kühlen Kopf bewahrt und ihre strategischen Anlageziele im Blick behalten. Das ist in Zeiten höchster Volatilität nicht selbstverständlich. Daher gilt ein beherztes „Dankeschön“ für Ihre Bereitschaft, den Weg gemeinsam mit uns weiterzugehen.

Nun wünschen wir Ihnen und Ihren Familien eine wohlverdiente Sommer- und Ferienzeit, auch wenn die ursprünglichen Reisepläne oft nicht umgesetzt werden können. Wie und wo es auch sei, erholen Sie sich gut und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Heiko Vitt, Andreas Muhl, Beate Klasen, Peter Engel

Marktbericht

Das 2. Quartal 2020 stand nach dem Corona-Crash im März unter keinem guten Stern. Nach und nach machte ein Land nach dem anderen „die Schotten dicht“, also schloss die Grenzen und schickte Bürger und Wirtschaft in eine Zwangspause. „Lockdown“ – ein Begriff, der uns alle mit Furcht erfüllte, denn die wirtschaftlichen Folgen waren im April und Mai nicht absehbar. Dennoch begannen die Börsen schon vor Ostern an die Zeit nach der Pandemie zu denken.

Ein Wechsel von guten und schlechten Börsentagen

Der Wechsel von guten zu schlechten Börsentagen wurde bestimmt von Spekulationen und Meldungen über Milliarden- und Billionensummen für Konjunkturprogramme und Hilfen von Notenbanken und Staaten. Dazu kam, dass je geringer die Infektionszahlen in China und Europa wurden, desto mehr keimte die Hoffnung auf baldige Normalität. Und dass, obwohl der Infektionsverlauf im wichtigsten Industrieland der Welt – USA – immer katastrophaler wurde und bis heute noch wird. Der beginnende Wahlkampf und ein pandemieverleugnender Präsident sorgten dort für eine irrational gute Börsenstimmung. Unterstützt wurde diese allerdings auch von der Tatsache, dass die größten Coronagewinner – Tech-Giganten wie Amazon, Microsoft, Google und Co. – amerikanische Unternehmen sind, die sowohl in den US- als auch den Weltindizes prominent vertreten sind. Während Aktien aus der Auto-, Luftfahrt- oder Kreuzfahrtbranche weiter stark unter Druck standen – Verluste von 50–80 % seit Februar waren keine Seltenheit – konnten sich eben jene Technologietitel, aber auch Unternehmen aus dem Gesundheits-, Versorgungs- oder Basiskonsumbereich im 2. Quartal erstaunlich schnell wieder erholen. Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq beendete das Quartal sogar auf einem neuen Allzeithoch.

Anleihen erholen sich nur langsam

Schwerer als die Aktien taten sich bisher die Anleihen. Der Unternehmensanleihenmarkt, der im März komplett zusammengebrochen war, konnte sich mit den neuen Kaufprogrammen der Notenbanken zwar wieder etwas stabilisieren, das Niveau des Jahresanfangs aber nicht zurückerobern . Die Umsätze blieben dünn und die Preisspannen zwischen Angebot und Nachfrage groß. Die Ausfallwahrscheinlichkeit von Anleihen aufgrund von Insolvenzen stieg in den letzten Monaten verständlicherweise und sorgte damit für einen höheren Risikoaufschlag, der eine weitere Erholung hinauszögern wird.

Börsen eilen voraus

Unsere Aktienfavoriten aus den Branchen Pharma und Gesundheit, Basiskonsum, technologischer Wandel sowie Infrastruktur und Versorgung konnten die heftigen Verwerfungen erfreulicherweise bald hinter sich lassen und die Erholung unserer Portfolien anführen. An diesen Aktien und Fonds festzuhalten hat sich als richtig erwiesen. Die Tiefs im März und April gaben uns Gelegenheit für gezielte Zu- und Nachkäufe, wobei uns aber in den letzten Wochen das Gefühl beschlich, dass die Börsen die wirtschaftliche Realität etwas aus den Augen verlieren. Dies mahnt uns weiter zur Vorsicht und einer überdurchschnittlich hohen Liquiditätshaltung. Die nun anstehende Quartalsberichtssaison, in der der tatsächliche Schaden des historisch bisher einmaligen 2. Quartals in Euro und Cent festgestellt wird, könnte die vielleicht etwas zu optimistischen Erwartungen noch einmal dämpfen, vielleicht aber auch positiv überraschen (siehe Seite 10). Mittelfristig werden aber die inzwischen umgesetzten Lockerungen bei Bürgern und Unternehmen die Stimmung verbessern und damit die Erholung in Gang halten. Die Konjunkturprogramme weltweit sollten es dazu der Wirtschaft ermöglichen, das Fahrwasser der Vor-Corona-Zeit in naher Zukunft wieder zu erreichen. Auch die besonders heftig getroffenen Branchen Gastronomie, Tourismus und Events werden sich perspektivisch erholen – allerdings wird hier der Weg länger und steiniger. Selbst wenn die Kurse hier im Moment „günstig“ erscheinen, passen diese Branchen weiter nicht zu unseren Qualitätsansprüchen.

Aus dem Unternehmen

Immer erreichbar für Sie

Rund drei Monate verbrachten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abwechselnd im „Büro zu Hause“ oder an unserem Standort in der Sandstraße in Siegen. Unsere EDV-Infrastruktur ermöglichte ein problemloses „Umschalten“ in die Home-Office-Arbeitswelt. Die Erreichbarkeit für Kunden und der Zugriff auf Kunden- und Bankdaten sowie z.B. die Funktionalitäten für das Ordern von Wertpapieren waren jederzeit gegeben. Die morgendliche Team-Video-Konferenz wurde zur Routine wie der zweite Kaffee am Vormittag. Was uns fehlte, war der soziale Kontakt, der kurze Austausch auf dem Flur oder das intensivere Meeting am realen Konferenztisch. Auch der Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern reduzierte sich aufgrund der gebotenen Abstandsauflagen auf digitale Begegnungen und Telefonate. Inzwischen sind wir wieder wie gewohnt erreichbar, selbstverständlich unter Einhaltung der Hygieneregeln auch für persönliche Gespräch in unseren Räumlichkeiten oder bei unseren Kunden vor Ort.

Digitale Post von der Bank oder der MANERIS AG

Nachhaltigkeit ganz praktisch

Das Thema Nachhaltigkeit wurde in Corona-Zeiten etwas in den Hintergrund gedrängt, hat jedoch sowohl in der Finanzwelt als auch im Alltag nichts von seiner Bedeutung verloren. Geht es doch um nicht weniger als den Erhalt unserer Lebensbedingungen in Umwelt und Klima. Ein Aspekt ist dabei ist, die Ressourcen zu schonen, z.B. durch geringeren Papierverbrauch. Falls es für Sie praktikabel ist, können Sie sowohl die Post Ihrer Depotbank als auch unsere Quartalsberichte in Ihr elektronisches Postfach bekommen. Diese Option erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei unseren Kunden, zumal damit auch die digitale Ablage häufig besser zu organisieren ist.

Bei Interesse senden Sie uns bitte eine E-Mail an: info@maneris.de mit dem Stichwort „Digitale Post“.

Verwahrstellenwechsel für MANERIS Select UI

Neue Verwahrstelle für ­MANERIS Select UI

Nachdem das Bankhaus Berenberg im Herbst 2019 entschieden hatte, die Betreuung unabhängiger Vermögensverwalter künftig nicht mehr anzubieten, war davon auch die Funktion der Verwahrstelle für unseren Publikumsfonds MANERIS Select UI betroffen. Wir haben diese Veränderung genutzt, um die Administration unseres Fonds in Bezug auf Abläufe und Konditionen zu überprüfen und mit anderen Banken in Kontakt zu treten. Im Ergebnis werden wir im August die Aufgabe der Depot-Verwahrstelle auf das Bankhaus Hauck & Aufhäuser übertragen. Zu H&A unterhalten wir bereits eine jahrelange Geschäftsbeziehung, auch als Depotbank für unsere Kunden, und konnten daher ein attraktives Gesamtpaket schnüren. Der Umzug ist lediglich ein formeller Akt und hat keinen Einfluss auf die Investmentpolitik oder die Strategie unseres Fonds.

Save the date: MANERIS AG 25 + 1

Wie bereits im letzten Quartalsbericht avisiert, verschieben wir Corona-bedingt unsere Jubiläumsfeier auf nächstes Jahr. Als neuer Termin steht nun Freitag der 27. August 2021 in unserem Kalender. Es wäre schön, wenn Sie diesen Tag auch schon in Ihrem Kalender reservieren könnten. Details folgen.

KonTEXT

Die Coronakrise hat niemand kommen sehen. Doch genauso wie das Ausmass der Pandemie und des Konjunktureinbruchs unterschätzt wurde, übertrifft nun die Erholung nach der Lockerung des Lockdown die Erwartungen.

Das zeigen nicht nur die Aktienkurse, die sich nach dem Einsturz zum Teil schnell erholt haben, sondern auch der Economic-Suprise-Index von Citi. Dieser Überraschungsindex misst die Abweichung der publizierten Konjunkturdaten von den Erwartungen.

Weltweit ist der Economic-Surprise-Index in den vergangenen Wochen steil gestiegen. Das heisst: Die Konjunkturdaten waren viel besser als erwartet. Am grössten waren die Überraschungen in den USA: Ob Arbeitsmarktdaten, Immobiliensektor oder umfragebasierte Frühindikatoren, allesamt haben sie die Prognosen übertroffen. Dadurch ist der Index auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2003 gesprungen. Auch der Index für die Eurozone hat sich steil erholt, liegt aber noch weit von einem Höhenrekord entfernt.

Die Idee des Überraschungsindex ist simpel:

Jeden Tag werden Makrodaten wie Industrieproduktion, Hausverkäufe oder Einzelhandelsumsatz den Konsensschätzungen der Bankökonomen gegenübergestellt. Werden die Erwartungen übertroffen, steigt der Index. Fallen die Daten schlechter aus als erwartet, werden Punkte abgezogen.

Im Detail ist die Berechnung des Economic-Surprise-Index etwas komplizierter.

Er ist so konstruiert, dass er langfristig um den Nullpunkt schwankt. Zudem hat er ein nachlassendes Gedächtnis: Überraschungen, die weiter zurückliegen, haben weniger Einfluss auf das Niveau als die aktuellen Zahlen.

Economic-Surprise-Index

(Quelle der Grafik: Bloomberg, Citi)

Kapitalmarktentwicklung 2020 Stand 30.06.2020

Vergleichsgrößen 2020 Stand 30.06.2020

MANERIS SELECT UI Stand 30.06.2020

Anlagestrategie

Der Fonds verfolgt einen aktiven Investmentansatz und kann flexibel in die Vermögensklassen investieren, die im jeweiligen Kapitalmarktumfeld attraktiv erscheinen. Der Anlageprozess folgt den Grundsätzen einer klassischen Vermögensverwaltung. Eine breite Risikostreuung über die traditionellen Anlageklassen Aktien und Anleihen und darüber hinaus, z.B. in Wandelanleihen und Finanzinstrumente, welche die Wertentwicklung von Edelmetallen abbilden, soll das Renditepotenzial der jeweiligen Segmente nutzen und die Verlustrisiken reduzieren. Die Auswahl erfolgt nach einem disziplinierten Prinzip der Risikostreuung. Maßgeblich für jede Anlageentscheidung ist die Qualität der jeweiligen Einzelinvestments. Der Fonds orientiert sich ganz bewusst an keinem Vergleichsindex. Festgelegte Investitionsquoten gibt es nicht. Oberstes Ziel ist es, nachhaltig attraktive Renditen zu erwirtschaften.

Fondskommentar

Nach dem „Corona-Crash“ des ersten Quartals konnte sich der Maneris Select UI im 2. Quartal signifikant erholen. Im Berichtszeitraum konnte das Fondsvermögen um etwa 9 % zulegen, so dass die Entwicklung seit Jahresbeginn nun bei –1,80 % liegt.

Angeführt wurde die Erholungsbewegung ganz klar von den Aktien. Diese konnten sich im vergangenen Quartal um 17 % erholen. Betrachtet man unser Aktienportfolio „gesondert“, liegt dessen Entwicklung seit Jahresstart sogar im positiven Terrain und hat den Gesamtmarkt damit deutlich geschlagen.

Auch die Anleihen, Rentenfonds und unsere Goldposition zeigten sich allesamt von ihrer positiven Seite und konnten gute Teile der Verluste aus dem ersten Quartal wieder aufholen.

Das zweite Quartal war für uns von einer überdurchschnittlichen Transaktionstätigkeit geprägt. Hierbei wurden weitestgehend bereits bestehende Positionen, denen wir ein gutes „Comeback-Potenzial “ zutrauen, aufgestockt (z.B.: Vonovia, DSV PanAlpina, Fresenius, Münchner Rück, Unilever, Alibaba, Alphabet).

Die Brutto-Aktien-Quote des Fondsvermögens wurde damit deutlich erhöht. Den Kaufgelegenheiten bei guten Einzeltiteln stehen weiterhin Rückschlagsrisiken im Gesamtmarkt gegenüber. Daher haben wir ergänzend zu den Käufen eine Portfolio-Sicherung über einen Dax-Future vorgenommen. Diese Maßnahme sichert die Aktienquote zu einem Teil ab und gibt uns damit die Möglichkeit weiterhin sehr flexibel zu agieren.

Mit der Aufstellung des Fonds fühlen wir uns auch in diesen Zeiten gut positioniert. Die derzeitige Allokation umfasst 56 % Aktien (nach Sicherung 50 %) und Seitwärtsstrategien, 31 % Renten, gut 7 % Gold und 6 % Liquidität.

Stammdaten/Kennzahlen

ISIN / WKN DE000A2DMT10 / A2DMT1
Fondsdomizil Deutschland
Rechtsform OGAW
Fondskategorie nach BVI Mischfonds ausgewogen, international
Auflage des Fonds 24.04.2017
Währung Fonds EUR
Geschäftsjahresende 30.09.
Laufende Kosten (TER) 1,41 %
Ertragsverwendung ausschüttend
Anteilwert 51,26 EUR

Top-10-Aktien

Nestlé S.A. 2,26 %
Amazon.com Inc. 2,25 %
Danaher Corp. 2,17 %
Novartis AG 1,78 %
Alibaba Group Holding Ltd. (ADRs) 1,76 %
Alphabet Inc. 1,74 %
Waste Management Inc. (Del.) 1,73 %
Microsoft Corp. 1,66 %
VISA Inc. 1,54 %
Vonovia SE 1,50 %
18,39 %

Top-5-Renten

0,25 % Bundanl.V.19/29 2,46 %
15 % Bertelsmann Genüsse 2001 0,73 %
4,625 % Volkswagen Intl 14/Undflr 0,72 %
2,75 % Rwe AG Sub.Anl.15/75 0,70 %
3,625 % Enbw AG Anl.14/76 0,70 %
5,31 %

Top-5-Investmentanteile

XETRA Gold 7,02 %
DWS Floating Rate Notes TFD 4,46 %
iShsIII-EO C.B.X-F.1-5yr U.ETF EUR 2,71 %
Flossbach von Storch-Bd Oppor. I 1,97 %
Lloyd Fonds-Special Yield Opp. S 1,88 %
18,04 %

Segmentaufteilung 30.06.2020

Allokation 30.06.2020

MANERIS Select UI – Wertentwicklung (in %) vom 01.01.2020 bis 30.06.2020

Wichtige Hinweise: Die hier dargestellten Inhalte dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen weder eine individuelle Anlageempfehlung noch eine Einladung oder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzprodukten dar. Diese Informationen können eine anleger- und anlagegerechte Beratung nicht ersetzen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Wertentwicklung Select Strategien vom 01.01.2020 bis 30.06.2020

Einkommen Select

Ausgewogen Select

Wachstum Select

Wichtige Hinweise

Die Angaben dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Das Sondervermögen weist auf Grund seiner Zusammensetzung und seiner Anlagepolitik ein nicht auszuschließendes Risiko erhöhter Volatilität auf, d.h. in kurzen Zeiträumen nach oben oder unten stark schwankender Anteilpreise. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresbericht) zum Investmentvermögen. Verkaufsunterlagen zu allen Investmentvermögen der Universal-Investment sind kostenlos bei Ihrem Berater / Vermittler, der zuständigen Verwahrstelle / Depotbank oder bei Universal-Investment unter www.universal-investment.com erhältlich.

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Wir sind ein inhabergeführtes Unternehmen, das nicht den Zwängen eines Konzerns oder einer Bank unterliegt. Wir entscheiden zu 100 % unabhängig und sind somit in der Lage frei zu handeln. So können wir Chancen und Risiken in ­Einklang bringen und unsere Ideen konsequent umsetzen. Aus diesem Grund haben wir unseren Namen gewählt. Wortwörtlich übersetzt heißt ­maneris genau das: Handle frei.

Unsere Kernkompetenz liegt in der persönlichen Beratung und der Schaffung von nachhaltigem Anlageerfolg für ­unsere Mandanten.

Herausgeber:
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Redaktion:
Andreas Muhl, Heiko Vitt, Peter Engel, Beate Klasen