Vortragsveranstaltung "Die heimliche Enteignung"

am 13.03.2013 im HdW. Ein Bericht von Dirk Herrmann


Erstellt von Dirk Herrmann

Autor und Journalist Michael Rasch zu Gast bei Weber FinanzPartner

„Die heimliche Enteignung – So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern“

Fünf mögliche Szenarien für die Finanzmärkte und damit für die Anleger standen im Mittelpunkt von Michael Raschs Ausblick auf die nähere Zukunft. Der in Kassel geborene und in Zürich arbeitende Diplom Ökonom sprach vor Kunden und Gästen der Siegener Weber FinanzPartner AG und gab eine vorsichtige Prognose ab: die Politiker werden sich weiter durchwursteln, die Gelddruckmaschinen werden weiter auf Hochtouren laufen und die Geldmengen ausweiten, bei weniger Wachstum wird es mehr Arbeitslose geben und bei niedrigen Zinsen und anhaltender Geldentwertung haben diejenigen Bürger das Nachsehen, die ihr Vermögen in Anleihen und auf Bankkonten liegen haben.

Das war die gute Nachricht, die der Redakteur und Leiter des Ressorts Börsen und Märkte bei der Neuen Züricher Zeitung seinem Siegerländer Publikum präsentierte. Denn Rasch geht davon aus, dass dieses „Durchwursteln“ moderat verläuft.

v.L.: Andreas Muhl, Heiko Vitt, Referent Michael Rasch, Peter Engel, Alexander Weber

Die vier anderen Szenarien seiner Präsentation im Haus der Siegerländer Wirtschaft sahen düsterer aus.
Die Deflation beispielsweise lässt Aktien- und Immobilienpreise sinken, die Überkapazitäten der Wirtschaft in Folge der zurück gehenden Nachfrage treiben die Arbeitslosigkeit in die Höhe.
Die Inflation frisst das Geld der Anleger ebenso auf wie die Immobilienvermögen, betroffen sind ebenso die Rentner wie die Besitzer von Vorsorgeguthaben.
Stagflation fasst sprachlich die Negativ-Effekte der beiden ersten Szenarien zusammen. Stagnierende Wirtschaftsentwicklung bei hoher Inflation sorgte in den 70er Jahren für eine der schwersten Krisen der Bundesrepublik und ist heute im Ansatz auch in Großbritannien zu erkennen.
Die Hyperinflation ist Raschs Szenario Nummer vier. Sie ist in die Erinnerung der Deutschen tief eingebrannt, seit in den zwanziger Jahren die Geldentwertung galoppierte, ein Brot heute tausend und morgen schon eine Million Reichsmark kostete.

Die Angst vor diesem Schreckensszenarium treibt Anleger zum Gold, aber der Ökonom wies seine Zuhörer auf Alternativen hin. Zwar könnten Aktien in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise auch kräftig im Wert verfallen, doch nach einer Krise habe der Besitzer bei entsprechender Streuung der Anlagen wieder Anteil an der anspringenden Konjunktur. Dies schütze das Vermögen nicht kurzfristig, könne aber langfristig sicherer sein als Geld auf dem Konto oder Staatsanleihen. Deren Wert beruhe nun einmal ausschließlich auf dem Glauben, dass ein Papier tatsächlich den Wert hat, der aufgedruckt ist.

Das Beispiel zeige, dass die Politiker und ihre Notenbanken „die Anleger zur Spekulation zwingen“, wie Michael Rasch formulierte. Sichere Anlagen würden so zu unsicheren (siehe Staatsanleihen), vermeintlich unsichere zu sicheren (siehe Aktien).
Raschs Empfehlungen an sein Publikum: die Geldanlage in die eigene Hand nehmen oder einem wirklich unabhängigen Partner anvertrauen.

Die Deutschen sind bislang allerdings schlecht auf diese Entwicklungen vorbereitet. Sie haben ihr Geld zu 47 Prozent auf Sparkonten, nur zu 4,3 Prozent in Aktien angelegt.

Weber-FinanzPartner-Vorstandsmitglied Andreas Muhl unterstrich, mit dem Thema den Nerv der Kundschaft getroffen zu haben. Die 56. Veranstaltung des Unternehmens hatte mit über hundert Besuchern eine Rekordbeteiligung. Das lag sicher auch an dem provokanten Titel des Abends und des Buches, das Michael Rasch und Michael Ferber letztes Jahr veröffentlichten: „Die heimliche Enteignung – So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern“.

Dass die Bürger richtig liegen, wenn sie die Politik kritisch beobachten, unterstrich auch Alexander Weber, Vorstandsvorsitzender der Weber FinanzPartner AG: „Von einem ersparten Vermögen zu leben, kann mit erheblichen Einschränkungen verbunden sein, wenn das Kapital keine Erträge abwirft“