"Märkte im Blick" - von Peter Engel

erschienen in der Siegener Zeitung vom 06.09.2014

 


Erstellt von Peter Engel

Immer mehr junge Erwachsene ziehen das elterliche Heim einer eigenen Wohnung vor. Sie fühlen sich am „Rockzipfel von Hotel Mama“ schlicht zu wohl, um irgendwelche Experimente machen zu wollen. Den Kapitalmärkten geht es da ähnlich. Am „Rockzipfel“ der Notenbanken lässt es sich unbeschwert Geld verdienen. Warum also abnabeln und eigenen Ideen folgen? Die europäische Zentralbank wird’s schon richten.

Nach den heftigen Korrekturen, die Anfang August kurz das Augenmerk auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten lenkte, setzen sich nun wieder die Liquiditätsgläubigen durch. Ob die jüngste Zinssenkung tatsächlich einen spürbaren Effekt haben wird oder nicht. Hauptsache da ist jemand, der gewillt ist die europäische Wirtschaft anzuschieben.

Die Gefahr, dass sich die Wirtschaft an‘s geschoben werden gewöhnt, dabei das unternehmerische Handeln vergißt und sich nur noch auf Herrn Draghi verlässt, wächst mit jedem Tag. Den Anlegern ist im Moment egal, wer für den Vortrieb sorgt. Aber: Nachhaltig erfolgreich waren subventionierte Wirtschaftssysteme in der Vergangenheit nicht. Hoffen wir, dass die geldpolitischen Maßnahmen bald dazu führen, dass die Wirtschaft in Europa wieder aus eigenem Antrieb vorwärts kommt.

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Am Rockzipfel