"Märkte im Blick" - von Heiko Vitt

erschienen in der Siegener Zeitung vom 06.04.2013


Erstellt von Heiko Vitt

Die Zwangsabwicklung eines aus EU-Sicht „falschen zypriotischen Geschäftsmodells“ und dessen Pleitebanken bestimmten im März die Schlagzeilen. Obwohl es im Falle Zyperns im Vergleich zu den auf dem europäischen Rettungsroulette-Tisch liegenden Billionensummen „nur“ um ein paar Milliarden geht, endete die „Rettung“ mit einem wegweisenden Tabubruch. Erstmals wurde das gesamte Bankensystem eines Landes geschlossen und Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Guthaben über 100.000 Euro werden bis zu 40% vom Staat konfisziert.

Und der Euro Gruppenchef Dijsselbloem hält das „Modell Zypern“ auch noch für eine geeignete Blaupause für andere Krisenstaaten. Diese Aussage wurde zwar eiligst von allen Seiten dementiert, der Blick in die „Werkzeugkiste“ der Euro-Retter lässt jedoch Böses erahnen. Wir fragen uns, wie viel wirtschaftliche und politische Belastungsproben die europäische Gemeinschaft noch aushalten kann.

Und die Reaktion der Kapitalmärkte? Während der Euro Stoxx 50 seit Jahresbeginn auf der Stelle tritt und der Euro auf ein 4 Monatstief gefallen ist, legten die US-Aktien des Dow Jones Index etwa 13% zu. Da mit „sicheren“ Zinsanlagen nach wie vor kein Blumentopf zu gewinnen ist, konzentrieren wir uns auf gute Anlagequalität in Unternehmen.

Das ist an dieser Stelle nichts Neues, aber nach den jüngsten Ereignissen wichtiger denn je. Korrekturen am Aktienmarkt sind Kaufgelegenheiten. Nutzen Sie diese konsequent um Ihre Aktienbestände aufzustocken. Denken Sie dabei an die Chancen der nächsten Jahre, aber Handeln Sie beherzt, denn die Risiken lauern in den nächsten Wochen.