"Märkte im Blick" - von Andreas Muhl

erschienen in der Siegener Zeitung vom 30.11.2013


Erstellt von Andreas Muhl

Gewinne aus Verlusten

Möglicherweise haben Sie in der Finanzkrise Ende 2008 Wertpapiere mit Verlust innerhalb der früher geltenden Jahresfrist verkauft und dadurch sog. „Altverluste“ realisiert. Wenn Sie diese Verluste in Ihrer Steuererklärung angegeben und bis heute noch nicht mit Kursgewinnen verrechnet haben, dann besteht für Sie jetzt Handlungsbedarf. Die Möglichkeit, sich auf diesem Wege gezahlte Abgeltungssteuer auf Kursgewinne vom Fiskus wiederholen zu können, läuft Ende 2013 aus.

Durchforsten Sie Ihren Wertpapierbestand gezielt nach entstandenen Kursgewinnen und prüfen, ob ein Verkauf sinnvoll ist. Zum Ausgleich eignen sich Gewinne aus Aktien oder Investmentanteilen, die nach 2009 angeschafft wurden. Die gegenwärtige Situation an den Finanzmärkten wird in vielen Fällen die passende Gelegenheit hierzu bieten.
Zu berücksichtigen ist allerdings, wie es in Ihrem „Verlustverrechnungstopf“ bei der Bank aussieht. Das macht das Ganze etwas kompliziert. Besprechen Sie sich daher mit Ihrem Anlage- oder Steuerberater, damit diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreicht.

Und was macht man dann? Da zitiere ich den Altmeister Kostolany: „Geld auf dem Konto zu haben und die Absicht, bei niedrigen Kursen in die Börse einzusteigen, ist dasselbe Vergnügen, wie mit Hunger auf dem Weg ins Restaurant zu sein“. Also: erst einmal Gewinne mitnehmen und dann mit Appetit abwarten.